Auf den Spuren der Maya in Zentralamerika

Auf den Spuren der Maya in Zentralamerika
Tazumal El Salvador ©CATA

Auf der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika entdecken Besucher das Erbe einer der ältesten Hochkulturen der Welt

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Zentralamerika bietet mit 17 UNESCO Welterbestätten einen großen Reichtum an antiker Architektur, kulturellen Zeugnissen und natürlicher Schönheit. Die Maya-Route führt durch die Regenwälder der Region und lädt Besucher zur Erkundung zahlreicher Kulturerbestätten ein. In Belize erkunden Besucher mit den Maya-Ruinen von Caracol im Chiquibul Nationalpark die größte Maya-Stätte des Landes.

Die nahe der Grenze zu Guatemala gelegene Stätte erstreckt sich über eine Fläche von 170 Quadratkilometern und war Schätzungen zufolge einst Heimat für 200.000 Menschen. Das größte Bauwerk der Stätte und einer der wichtigsten Tempel des Landes ist die 46 Meter hohe imposante Pyramide „Canaa“ (dt. „Himmelsplatz“).

Eine der wichtigsten archäologischen Stätten Zentralamerikas ist Joya de Ceren in El Salvadors Region La Libertad, 30 Minuten von San Salvador entfernt gelegen. Die ehemaligen Bewohner des präkolumbianischen Maya-Dorfes mussten ihre Heimat etwa 600 n.Chr. aufgrund eines Vulkanausbruchs verlassen und das Dorf wurde mitsamt der Habseligkeiten seiner Bewohner unter Schichten von Vulkanasche konserviert. Das „amerikanische Pompeji“, wie die Stätte auch genannt wird, ist mit seinen konservierten Gegenständen der einzige Ort, in dem Besucher einen derart genauen Einblick in das Alltagsleben der Maya bekommen. Die Stätte gehört seit 1993 zum UNESCO-Kulturerbe. Rund 30 Kilometer weiter westlich befindet sich die kleine Ausgrabungsstätte Tazumal, die ebenfalls zu den wichtigsten Maya-Stätten überhaupt zählt.

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Copán, eine Ruinenstadt im Westen von Honduras, liegt in einem idyllischen Flusstal, umgeben von grünen Hügeln und ist bekannt für ihre Hieroglyphentreppe: Die 2.200 Hieroglyphenblöcke auf den Stufen sind das größte in Stein gehauene Schriftwerk der Maya und berichten von der Geschichte der Stadt. Copán war einer der bedeutendsten Stadtstaaten in der klassischen Maya-Periode (circa 250-900 nach Christus) und gehört seit 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Im Norden Guatemalas erkunden Interessierte mit Tikal eine der am besten erforschten Maya-Stätten: Die 65 Quadratkilometer große mitten im Regenwald gelegene Anlage fand im zweiten Jahrhundert vor Christus ihre Anfänge und wurde über mehrere Jahrhunderte erbaut. Tikal beherbergt einige der wichtigsten Tempel Guatemalas und ist vor allem bekannt für seinen Tempel IV, den „Tempel der doppelköpfigen Schlange“: Mit 64 Metern ist der Tempel das höchste Gebäude der Stätte und die zweitgrößte Maya-Pyramide des Landes. Tikal wurde 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Mit 53 Millionen Einwohnern auf einer Gesamtfläche von 571.142 Quadratkilometern nehmen die Länder Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama gerade einmal ein Prozent der Erdoberfläche ein. Zugleich gilt Zentralamerika als eine der Regionen mit der höchsten Biodiversität weltweit. Über 550 Naturschutzschutzgebiete erstrecken sich über 25 Prozent der Landesfläche der gesamten Region. Nicht zuletzt die einmalige Lage zwischen Nord- und Südamerika trägt dazu bei, dass die sieben Staaten insgesamt acht Prozent der biologischen Vielfalt der Welt beheimaten und das zweitgrößte Riffsystem der Erde direkt vor den Toren Zentralamerikas zu finden ist.

Doch nicht nur Flora und Fauna, sondern auch der kulturelle Reichtum trägt zur Anziehungskraft der sieben Länder entscheidend bei. Mehr als 25 indigene Völker, traditionelle Tänze, imposante Kolonialbauten, geheimnisvolle Maya-Stätten sowie international renommierte Schriftsteller sind Teil der Magie einer ganzen Region.

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