Basiskonten –
so kräftig langen die Banken zu

Basiskonten –so kräftig langen die Banken zu

Wie Banken und Sparkassen die Ärmsten der Armen abzocken.

ZEITPUNKT-MAGAZIN - Die gute Nachricht: Alle Menschen, auch die ohne ein geregeltes Einkommen, haben seit Mitte 2016 per Gesetz Anspruch auf ein Girokonto. Die schlechte Nachricht: Diese Menschen – zum Beispiel Sozialhilfeempfänger, Wohnungslose und Geflüchtete – haben nur Anspruch auf ein Basiskonto und zahlen dafür besonders viel und teilweise mehr als bei unserem ersten Test vor zwei Jahren. Bei den teuersten Banken kostet die Kontoführung für unseren Modellkunden mehr als 200 Euro im Jahr. Das zeigt aktuelle Untersuchung der Jahrespreise für Basiskonten bei 124 Banken der Stiftung Warentest.

Das Basiskonto soll jedem Menschen ermöglichen, Überweisungen und Daueraufträge zu tätigen und mit der Girocard zu bezahlen. Alle Banken müssen mitmachen – und es geht ohne Schufa. Der Test von 124 Banken und 185 Kontomodellen zeigt: Wer arm ist und kein regelmäßiges Einkommen hat, zahlt für ein Girokonto meist viel mehr als Gehalts- und Rentenempfänger – über 200 Euro kostet die Kontoführung bei den teuersten Banken im Test. In unserem Vergleich Basiskonten finden Sie günstigere und sogar kostenlose Konten.

Artikelbilder: bank.jpg

Diese Konto-Kosten sind gestiegen

Teurer sind die Konten, weil vor allem die Kosten für den monatlichen Grundpreis oder die Überweisung per Papier gestiegen sind. Bei manchen Banken verteuerten sich sogar beide Posten. Die PSD Koblenz zum Beispiel erhöhte den monatlichen Grundpreis von 0 Euro auf 3,95 Euro und verdoppelte den Preis pro Papierüberweisung von 1,50 Euro auf 3 Euro. Wir errechnen einen Jahrespreis von 156,90 Euro. Dabei soll das Basiskonto die Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr ermöglichen. Der Inhaber bekommt eine Girocard. In den Jahrespreis für ein Basiskonto haben wir den Grundpreis, die Girocard und typische Buchungen eingerechnet. Wir haben die Preise anhand eines Modellkunden ermittelt, der das Konto in der Filiale führt. Nur zwei regionale Banken – PSD Karlsruhe-Neustadt und Sparda Baden-Württemberg – führen das Basiskonto für Filialkunden kostenlos.

Immerhin: Es gibt 47 Banken, bei denen zahlungsschwache Kunden weniger als 100 Euro pro Jahr zahlen. Welche das sind, zeigt unser der Vergleich von Basiskonten.
Bitte informieren Sie sich hier: https://www.test.de/Basiskonten-im-Test-4936098-0/

Nachtrag der Redaktion: Keine der Parteien, die im Bundestag vertreten ist, nimmt sich diesem Problem an. Die Geldinstitute können ohne Not die Armut von Rentnern und Hartz4-Empfängern ausnutzen – und es fehlt eine Lobby, die ihnen zur Seite steht.

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