Hohe Zuwanderung erwartet

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Kiel Economics sagt in den Jahren bis 2017 eine Einwanderungswelle von etwa 2,2 Millionen Menschen voraus. Bereits 2014 werden etwa 500.000 mehr Einwanderer erwartet, als Menschen auswandern.

Während Deutschland im vergangenen Jahrzehnt eher zu einem Auswanderungsland war, soll sich dieser Trend nun massiv umkehren. Allein im ersten Halbjahr 2012 hatte es ein deutliches Plus an Zuwanderung gegeben, was sich vor allem auf die Krisen in Ländern wie Griechenland, Portugal und Spanien zurückführen lässt. Doch können Deutschland, bzw. der Arbeitsmarkt soviel Zuwanderung verkraften? Und wie wird die Bevölkerung darauf reagieren? Wie sieht es inzwischen aus mit der Anerkennung ausländischer Schul- und Studienabschlüsse? Oder muss ein portugiesischer Zahntechniker Taxi fahren oder die griechische Krankenschwester putzen gehen, weil ihre Diplome in Deutschland nicht anerkannt werden?

Die geschönten Arbeitslosenstatistiken der Bundesregierung geben nicht wirklich Auskunft darüber, wer in Deutschland von seiner Arbeit leben kann und wer nicht, auch nicht darüber, ob Arbeitssuchende überhaupt eine Chance haben, wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden zu können. Auch die angebliche Ingenieursknappheit wird inzwischen schon wieder angezweifelt.

Deutschland braucht Einwanderer
Trotzdem, Deutschland braucht Immigration. Nicht nur aus Gründen der Überalterung und schrumpfender Population, sondern auch wegen regionalem und branchenabhängigem Arbeitskräftemangel. Und genau hier muss angesetzt werden. Jede Einwanderung muss klug gesteuert werden. Wenn Immigranten die Chance auf einen Arbeitsplatz haben, wenn sie in der Lage sind, sich eine Existenz mit Zukunft aufzubauen, dann ist auch ihre Integration so gut wie gesichert. Es gibt genügend Beispiele von erfolgreicher Eingliederung, wenn Ausbildung, Beruf, Arbeitsplatzangebot sowie die Möglichkeiten einer Ansiedlung stimmen. Dazu bedarf es jedoch einer geordneten Politik, die all das vorher sortiert.

Weder der Wohnungsmarkt noch die Zusammenarbeit der Arbeitsämter mit der Ausländerbehörde scheinen hier jedoch wirklich gut zu funktionieren. Zuwanderer, die sich eine neue Heimat suchen, sind erst einmal flexibel, wenn sie ins Land kommen. Dass sie dann am richtigen Ort landen, wo sie arbeiten können, um auch dort zu leben, dafür müssen die Ämter gemeinsam mit den zukünftigen Arbeitgebern sorgen.
Christine Keiner

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